Sizilien ohne Auto in 7 Tagen
Ja, das ist möglich — aber Ehrlichkeit über eine Etappe
Sizilien ist ums Autofahren herum gebaut, und die meisten Reiserouten dieser Website gehen von einem Mietwagen aus. Diese hier bewusst nicht, denn ein echter Teil der Besucher möchte sich weder mit ZTL-Kameras noch mit Autobahnmaut oder der Parkplatzsuche in einer ummauerten Altstadt befassen. Palermo, Cefalù, Syrakus, Catania und Taormina liegen alle am sizilianischen Schienennetz und sind vernünftig verbunden.
Die eine ehrliche Ausnahme ist Agrigent nach Syrakus, wofür es keinen brauchbaren Direktzug gibt — mehr dazu unten. Klingt ein Auto nach dieser Lektüre einfacher, vergleicht Sizilien mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln beides ordentlich, und Sizilien mit kleinem Budget in 7 Tagen behandelt ähnliches Terrain mit knapperem Tagesbudget.
| Geeignet für | Nicht-Fahrer, Budgetreisen, alle, die ZTL und Parken ganz vermeiden möchten |
| Fortbewegung | Trenitalia-Regionalzüge + Fernbusse (Cuffaro, SAIS, Interbus) |
| Gesamtbudget | Etwa 450-650 € pro Person für eine Woche, Transport und Essen inklusive, ohne Flüge |
| Auto nötig | Nein — bewusst um Züge und Busse herum aufgebaut |
Tag 1 — Palermo
Vormittag und Nachmittag: Landung in Palermo und ein Tag für die Altstadt: Quattro Canti, die Cappella Palatina und der Markt Ballarò für Mittagessen direkt von den Ständen. Alles auf dieser Strecke ist zu Fuß erreichbar.
Abend: Ankunft in einer Basis nahe der Altstadt oder dem Hauptbahnhof (Palermo Centrale) — von dort geht es morgen weiter, und Nähe erspart am Morgen ein Taxi.
Tag 2 — Cefalù, ein Tagesausflug mit dem Zug
Vormittag: Trenitalia-Regionalzüge fahren von Palermo Centrale nach Cefalù in etwa einer Stunde, häufig genug, um das als Tagesausflug ohne frühe Vorausbuchung zu machen. La Rocca besteigen (oder auch nicht), den Landvorsprung über dem Ort, und durch den mittelalterlichen Kern um die normannische Kathedrale gehen.
Nachmittag: Cefalùs Strand liegt direkt an der Altstadt — ein wirklich unkomplizierter, autofreier Strandnachmittag, den der Großteil von Siziliens Küste ohne Fahrt nicht bietet. Bei Müdigkeit weglassen: stattdessen einen zusätzlichen Tag in Palermo bleiben und Monreale mit dem Stadtbus machen, wofür überhaupt kein Zug nötig ist.
Abend: Zug zurück nach Palermo, oder Übernachtung in Cefalù, wer Tag 3 lieber von dort startet — so oder so geht es zurück Richtung Palermo Centrale oder mit Umstieg über Termini Imerese für die nächste Etappe südwärts.
Tag 3 — Agrigent und das Tal der Tempel
Vormittag: Der Bus (Cuffaro oder SAIS, etwa zwei Stunden) ist für Palermo-Agrigent wirklich die bessere Option als der Zug — den Zug gibt es, aber er dauert mit Umstieg deutlich länger. Gepäck nahe dem Ortszentrum abstellen und direkt weiter zum Tal der Tempel, einem UNESCO-Ausgrabungspark mit einigen der besterhaltenen dorischen Tempel außerhalb Griechenlands selbst.
Nachmittag: Volle drei bis vier Stunden für das Tal der Tempel einplanen — es ist eine große, größtenteils unüberdachte Anlage, von Spätfrühling bis Frühherbst wirklich heiß mit wenig Schatten. Geführte Tour durchs Tal der Tempel und die Altstadt buchen, wer lieber Kontext als einen Audioguide möchte.
Abend: Übernachtung in Agrigent — das bereitet die ehrlich schwierige Etappe morgen vor, und ausgeruht am Morgen zu starten macht sie deutlich erträglicher.
Tag 4 — Die schwierige Etappe: Agrigent nach Syrakus
Vormittag: Bus oder Zug von Agrigent Richtung Catania (etwa zwei Stunden), dann Umstieg auf einen Regionalzug nach Syrakus (etwa eine weitere Stunde). Das ist ehrlich der eine Tag dieser Reiseroute, an dem ein Auto wirklich Zeit sparen würde — alles andere auf dieser Route ist mit der Bahn vernünftig effizient.
Nachmittag und Abend: Ankunft in Syrakus am späten Nachmittag und Einrichten in Ortigia, dem kleinen insularen Altstadtkern, der durch zwei kurze Brücken mit dem Festland verbunden ist — vollständig zu Fuß erkundbar, und lohnt sich als Basis mehr als das moderne Syrakus. Ein ruhiger Abendspaziergang zur Piazza Duomo, direkt auf den Säulen eines antiken griechischen Tempels errichtet, ist ein sanfter Abschluss für einen langen Reisetag. Geführte Tour durch Ortigia und den archäologischen Park Neapolis buchen für morgen.
Tag 5 — Syrakus, Ortigia und Noto
Vormittag: Der archäologische Park Neapolis, ein kurzer Fußweg oder eine kurze Busfahrt von Ortigia entfernt, beherbergt das griechische Theater und die Ohr-des-Dionysios-Kalksteinhöhle — hier zwei bis drei Stunden einplanen, bevor die Mittagshitze einsetzt.
Nachmittag: Bus (etwa eine Stunde) nach Noto, der besterhaltenen der acht Barockstädte des Val di Noto, nach dem Erdbeben von 1693 wiederaufgebaut. Die honiggoldenen Kalksteinfassaden entlang des Corso wirken je nach Licht wirklich unterschiedlich, eine Ankunft am späten Nachmittag ist also kein Zufall. Kombinierte Tour Syrakus, Ortigia und Noto buchen, wer den Busfahrplan nicht selbst managen möchte.
Abend: Bus zurück nach Syrakus für die Nacht, oder Übernachtung in Noto, falls der Zeitplan das erlaubt — ein kleiner, zu Fuß erkundbarer Ort und ein wirklich angenehmer Ort für einen Abend, sobald die Tagesausflugsbusse abgefahren sind.
Tag 6 — Catania
Vormittag: Regionalzug von Syrakus nach Catania dauert etwa eine Stunde. Catania fühlt sich sofort anders an — schwarzer Vulkanstein statt goldener Kalkstein, eine funktionierende Hafenstadt statt einer kuratierten Altstadt.
Nachmittag: Spaziergang zum Fischmarkt La Pescheria (nur vormittags — er klingt am frühen Nachmittag aus), bei rechtzeitiger Zugankunft, dann durch den Barockkern rund um die Kathedrale und die Via Etnea. Private geführte Stadtwanderung durch Catania mit Einheimischen buchen.
Abend: Catanias Nachtleben läuft länger und lockerer als in den meisten sizilianischen Städten — die Universitätsbevölkerung hält Bars länger geöffnet, als kleinere Orte es schaffen.
Tag 7 — Taormina, und Abreise
Vormittag: Regionalzug von Catania nach Taormina-Giardini Naxos dauert unter einer Stunde, auch wenn Taorminas eigentliches Zentrum auf einem Hügel über dem Bahnhof liegt — ein Ortsbus (der Interbus-Shuttle) deckt das letzte Stück, da der Fußweg hinauf mit Gepäck wirklich mühsam ist.
Nachmittag: Spaziergang über den Corso Umberto, zum griechisch-römischen Theater mit dem Ätna hinter der Bühne im Bild, und, bei ausreichend Zeit, zum Aussichtspunkt auf Isola Bella.
Hinweise zu Geld und Tempo
Fernbustickets wo möglich ein oder zwei Tage im Voraus kaufen — manche Strecken sind in der Hochsaison ausverkauft, besonders Palermo-Agrigent an Wochenenden. Trenitalia-Regionaltickets brauchen keine Vorausbuchung und sind günstig; Papiertickets vor dem Einstieg an den kleinen grünen Automaten auf dem Bahnsteig entwerten, da ein nicht entwertetes Ticket von einem Kontrolleur technisch als ungültig behandelt werden kann.
Unser Guide zu sizilianischen Zügen und der Busguide behandeln beide Netze ausführlicher, und Tagesausflüge mit dem Zug ist nützlich, wer diese Reiseroute weiter anpassen möchte.
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Foto: unser eigenes Bild des Ortes, nicht das Produktfoto des Anbieters.


