Barockstädte und griechische Tempel in 5 Tagen
Zwei sehr unterschiedliche Sizilien, unmittelbar hintereinander
Diese Reiseroute stellt bewusst zwei der markantesten historischen Schichten Siziliens nebeneinander: das Tal der Tempel, einige der besterhaltenen dorischen Tempel außerhalb Griechenlands, und die Barockstädte des Val di Noto, nach dem Erdbeben von 1693 fast von Grund auf neu errichtet. Der Kontrast — 2500 Jahre alte Säulen, dann wenige Tage später honiggoldene Fassaden des 18. Jahrhunderts — wirkt auf dieser Route in Reihenfolge stärker, als beides getrennt zu lesen. Wer lieber an einem Ort bleiben und Agrigent auslassen möchte, findet in Syrakus und das Val di Noto in 4 Tagen die Barock-Hälfte allein.
| Geeignet für | Geschichtsinteressierte Reisende, UNESCO-Stätten-Sammler, erste Sizilienreisen mit klassischem Schwerpunkt |
| Fortbewegung | Mietwagen — die Etappe von Agrigent nach Syrakus ist eine lange Fahrt ohne schnelle öffentliche Verkehrsverbindung |
| Gesamtbudget | Etwa 700-950 € pro Person für fünf Tage, ohne Flüge |
| Auto nötig | Ja |
Tag 1 — Agrigent und das Tal der Tempel
Vormittag: Ankunft in Agrigent und direkt weiter zum Tal der Tempel, einem großen UNESCO-Ausgrabungspark mit einigen der besterhaltenen dorischen Tempel überhaupt — insbesondere der Concordia-Tempel ist nahezu intakt erhalten, da er in der Spätantike zur Kirche umgeweiht wurde, was ihn wohl vor der gezielten Zerstörung bewahrte, die andere Tempel hier erlitten. Geführte Tour durchs Tal der Tempel und die Altstadt buchen. Unser Guide zum Tal der Tempel schlüsselt auf, welche Tempel die meiste Zeit wert sind.
Nachmittag: Mindestens drei bis vier Stunden für die gesamte Anlage einplanen — sie ist groß, größtenteils unüberdacht und von Spätfrühling bis Frühherbst wirklich heiß mit wenig Schatten. Mehr Wasser mitnehmen, als nötig erscheint.
Abend: Übernachtung in Agrigent, da die morgige Fahrt nach Syrakus die längste Etappe der Reise ist und ein ausgeruhter Start hier mehr zählt als an jedem anderen Punkt dieser Route.
Tag 2 — Die lange Fahrt nach Syrakus und Ortigias erster Abend
Vormittag: Fahrt von Agrigent nach Syrakus, etwa 2 Stunden 45 Minuten — wirklich die längste einzelne Fahrt dieser Route, also früh losfahren und den Tag als Reisetag behandeln, nicht als Besichtigungstag. Bei Müdigkeit weglassen: die Fahrt mit einem kurzen Stopp in Piazza Armerina unterbrechen, um die römischen Mosaiken der Villa Romana del Casale zu sehen, auch wenn das einen Umweg von etwa einer Stunde bedeutet und den Tag lang macht.
Nachmittag: Ankunft in Ortigia, dem kleinen insularen Altstadtkern, der durch zwei kurze Brücken mit dem Festlandteil von Syrakus verbunden ist. Auch hier gilt eine eigene ZTL-Zone — auf der Festlandseite parken statt hineinzufahren.
Abend: Ein erster ruhiger Spaziergang zur Piazza Duomo, direkt auf den Säulen eines antiken griechischen Athena-Tempels errichtet, rundet den Tag passend ab — wieder antike Säulen, nur in einem ganz anderen Kontext als die Tempel des Vormittags in Agrigent.
Tag 3 — Syrakus’ Neapolis-Park und Ortigia
Vormittag: Der archäologische Park Neapolis beherbergt das griechische Theater und die Ohr-des-Dionysios-Kalksteinhöhle. Geführte Tour durch Ortigia und den archäologischen Park Neapolis buchen. Früh gehen, wegen Schatten und geringerem Andrang.
Nachmittag: Ortigia selbst in ruhigerem Tempo erkunden — die Arethusa-Quelle, das alte jüdische Viertel um die Via della Giudecca und die Uferpromenade.
Abend: Ortigias Restaurants ballen sich um die Piazza Duomo, doch ein kurzer Weg abseits des Platzes findet meist besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei gleicher Qualität.
Tag 4 — Noto und die Wende zum Barock
Vormittag: Fahrt nach Noto, etwa 40 Minuten von Syrakus — das Aushängeschild des Val di Noto und der klarste einzelne Ausdruck des Wiederaufbaus der Region nach 1693. Das ist der Wendepunkt der gesamten Reiseroute: ab hier ist alles Barock des 18. Jahrhunderts statt antikes Griechenland. Unser Val-di-Noto-Barockguide erklärt die Geschichte von Erdbeben und Wiederaufbau hinter allen acht Städten der Gruppe, nicht nur Noto selbst.
Nachmittag: Den Corso in dem Tempo entlanggehen, das die Hitze erlaubt, und einen zweiten Durchgang für den späten Nachmittag erwägen, wenn die Kalksteinfassaden einen merklich wärmeren Farbton annehmen.
Abend: Rückfahrt nach Ortigia, etwa 40 Minuten, für eine letzte Nacht in Syrakus.
Tag 5 — Modica und Ragusa Ibla, dann Abreise
Vormittag: Fahrt nach Modica, etwa eine Stunde 20 Minuten von Syrakus. Modicas Barockstraßen klettern dramatisch eine Schlucht hinauf, und seine kalt verarbeitete Schokoladentradition — aus spanischen Kolonialhandelsrouten übernommen, nicht eigenständig entwickelt — ist eine eigene Stunde wert.
Nachmittag: Kurze Fahrt von 20-25 Minuten nach Ragusa Ibla, der älteren, tiefer gelegenen Hälfte von Ragusa, die über eine lange Treppe mit der Oberstadt verbunden ist. Kombinierte Tour Noto, Modica und Ragusa Ibla buchen, wer diesen ganzen Tag lieber geführt als selbst fahrend erlebt. Unser Ragusa-Ibla-Guide behandelt den Dom San Giorgio und die Treppenroute.
Abend: Abreise ab dem Flughafen Comiso (näher an dieser Ecke als Catania), falls die Flüge das erlauben, oder Rückfahrt Richtung Catania für einen späteren Abflug.
Praktische Hinweise
Ortigia, Noto und Ragusa Ibla setzen alle ZTL-Zonen durch — in ausgewiesenen Parkplätzen außerhalb jedes historischen Kerns parken. Archäologische Stätten (Tal der Tempel, Neapolis) besucht man am besten vormittags wegen Schatten und geringerem Andrang, während die engeren Straßen der Barockstädte auch später am Nachmittag noch angenehm bleiben.
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